Sven Ködel

Die Enquête Coquebert de Montbret (1806-1812)

Die Sprachen und Dialekte Frankreichs und die Wahrnehmung der französischen Sprachlandschaft während des Ersten Kaiserreichs

Reihe:

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In Frankreich wurde unter Napoleon zwischen 1806 und 1812 eine groß angelegte Sprachenerhebung durchgeführt, mit der die Grenzen aller Sprachen des damaligen Kaiserreichs, die Sprecherzahlen sowie die sprachliche Zugehörigkeit der Dialekte ermittelt werden sollten. Organisiert wurde diese Erhebung durch Charles-Étienne Coquebert de Montbret, dem Leiter des Büros für Statistik im Innenministerium. Sie hat eine umfassende Menge von Daten hervorgebracht, welche die Grundlage für einen 1831 erschienenen Aufsatz bildeten, der als Begründung der französischen Sprachgeographie gilt. Die Dissertation untersucht, wie diese Erhebung konzipiert und realisiert wurde, indem sie den chronologischen Verlauf, die Zusammensetzung der Akteure und den Einsatz spezifischer Hilfsmittel der Datenerhebung und der Wissensproduktion rekonstruiert. Sie situiert die Erhebung außerdem in ihrem institutionellen, ideologischen, sprachpolitischen und wissenschaftlichen Kontext, um sie in ihrer Originalität und Einzigartigkeit als ein herausragendes Ereignis in der Geschichte der Sprachwissenschaften zu würdigen.