Stefanie Röhrig

The Acquisition of Scalar Implicatures

Reihe:

The Acquisition of Scalar Implicatures
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Wer bei „scalar implicatures“ an eine exotische Zierfischart denkt und vor seinem geistigen Auge bunte Segelflosser majestätisch zwischen Steinen und Grünpflanzen dahinschweben sieht, der irrt sich sehr: Scalar implicatures bezeichnen keine Buntbarschart, sondern gehören in den Bereich der Pragmatik. Diese Disziplin der Linguistik untersucht sprachliches Handeln, also sprachliche Äußerungen und die Entstehung von Bedeutung. Insbesondere logische Schlussfolgerungen sind von wissenschaftlichem Interesse. Wer auf die Frage „Have you read Shakespeare‘s works?“ mit „I have read some of them“ antwortet, der bejaht einerseits die Frage, schränkt aber – ohne dies ausdrücklich zu sagen – zugleich die Zustimmung ein: some of them heißt nicht all of them. Implikaturen müssen ‚zwischen den Zeilen‘ verstanden werden. Gewöhnlich wird davon ausgegangen, dass Kinder erst mit etwa 6 Jahren Implikaturen wirklich verstehen und für sich nutzen können. Stefanie Röhrig zeigt in ihrer als Feldstudie angelegten Staatsarbeit, dass diese Lehrmeinung dringend der Überarbeitung bedarf. Denn Kinder, so decken ihre Untersuchungen auf, verfügen sogar über eine ihnen eigene Art der Implikatur.