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<oembed><version>1.0</version><provider_name>Arbeitsgemeinschaft der Universit&#xE4;tsverlage</provider_name><provider_url>https://universitaetsverlage.eu</provider_url><author_name>XMLRPC</author_name><author_url>https://universitaetsverlage.eu/author/xmlrpc/</author_url><title>Warum immer Tourismus? - Arbeitsgemeinschaft der Universit&#xE4;tsverlage</title><type>rich</type><width>600</width><height>338</height><html>&lt;blockquote class="wp-embedded-content"&gt;&lt;a href="https://universitaetsverlage.eu/bucher-e-books/titel/warum-immer-tourismus/"&gt;Warum immer Tourismus?&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;
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Auch und insbesondere in projektbasierten Initiativen zur endogenen Regionalentwicklung, die ihre Entwicklungsstrategien unter Einbeziehung verschiedener Akteure aus der Region erstellen, nehmen touristische Projekte eine Schl&#xFC;sselposition ein. Am Beispiel regionaler Entwicklungsstrategien in insgesamt 84 Regionen in Bayern, die &#xFC;ber die Programme Regionalmanagement und LEADER gef&#xF6;rdert wurden, hinterfragt die vorliegende Studie die Gr&#xFC;nde f&#xFC;r das starke Gewicht des Themas Tourismus in der endogenen Regionalentwicklung. Dazu findet der Ansatz der institutionellen Isomorphie nach DIMAGGIO und POWELL (1983) Anwendung und wird auf die Kongruenz der vielen regionalen Entwicklungsstrategien und die nahezu &#xFC;berall feststellbare Beliebtheit touristischer Projekte &#xFC;bertragen. Mithilfe qualitativ-empirischer Methodik, die unter anderen 24 intensive, leitfadengest&#xFC;tze Interviews beinhaltet, konnten insgesamt vier &#xFC;bergeordnete Dimensionen isomorpher Strategieentwicklungen herausgearbeitet werden.Erstens ist die bedeutende Funktion spezialisierter und professionell agierender Akteure sowohl bei der Erstellung von Entwicklungs- und Handlungskonzepten als auch in der operativen Umsetzung regionaler Entwicklungsprozesse zu beachten. Durch &#xE4;hnliche Ausbildungshintergr&#xFC;nde, formelle wie auch informelle Vernetzung und kontinuierlichen Informationsaustausch entsteht ein diffuses Informationsrauschen (&#x201A;Buzz&#x2018;) und schlie&#xDF;lich eine durch gemeinsame Werte und Einsch&#xE4;tzungen gepr&#xE4;gte &#x201A;Community of Practice&#x2018;. Zu den darin geteilten Normen geh&#xF6;rt die &#xDC;berzeugung, dass Tourismus ein sinnvolles und geeignetes Themenfeld in der Regionalentwicklung ist.Zweitens h&#xE4;ngt die Wahl touristischer Themen von &#xE4;u&#xDF;eren Einfl&#xFC;ssen ab. &#xDC;bergeordnete Instanzen, wie die F&#xF6;rderprogramme selbst und die mit Mittelaussch&#xFC;ttung und Erfolgskontrolle befassten Ministerien, greifen zwar nicht in direkter Form in die Entscheidungsprozesse ein. In indirekter Form f&#xFC;hren aber im Feld pr&#xE4;sente und von au&#xDF;en &#xFC;berwachte Normen guter Regionalentwicklung (Querschnittsorientierung, Vernetzungsgedanke) zur verst&#xE4;rkten Aufnahme touristischer Projekte. Schwierigkeiten, stark querschnittsbezogene und wenig auf Wettbewerb ausgerichtete Tourismusprojekte durch alternative Programmen zu finanzieren, tragen ebenfalls indirekt zu einer H&#xE4;ufung derartiger Projekte in LEADER und Regionalmanagement bei.Drittens k&#xF6;nnen (entscheidungs-)m&#xE4;chtige Akteure innerhalb der Regionen, insbesondere Regionalpolitiker, Einfluss auf die Strategiewahl aus&#xFC;ben. Tourismusprojekte gelten bei vielen dieser Akteure als besonders unterst&#xFC;tzenswert, da sie mit positiven Emotionen verbunden sind und rasche Erfolge erwartet werden. Viele der operativ t&#xE4;tigen Akteure im Feld sch&#xE4;tzen das Themenfeld im Gegensatz hierzu als schwer erfolgreich zu bearbeiten ein. Dennoch nutzen sie bisweilen die allgemeine Beliebtheit des Labels Tourismus, um mehrfach zuordenbare Ma&#xDF;nahmen gezielt als Tourismusprojekte auszuweisen und so die Bereitschaft zu deren Finanzierung zu erh&#xF6;hen.Viertens f&#xFC;hrt das als kaum hinterfragbare Norm wirkende Best-Practice-Prinzip zu mimetischem Verhalten. Aufgrund arbeits&#xF6;konomischer &#xDC;berlegungen darf (und soll) es zur &#xDC;bernahme erfolgreicher Ideen aus anderen Regionen kommen. Wettbewerbe und Best-Practice-Kataloge sorgen f&#xFC;r die Verbreitung nachahmenswerter Projekte. Tourismusprojekte machen einen auffallend gro&#xDF;en Teil der hierbei kommunizierten Beispiele aus, wodurch ihr Charakter als &#xFC;berall anzutreffender und selbstverst&#xE4;ndlicher Bestandteil regionaler Entwicklung best&#xE4;tigt und vertieft wird.&#xDC;ber alle vier Dimensionen hinweg zeigt sich, dass die gro&#xDF;e Popularit&#xE4;t des Themas Tourismus mit einer Reihe subjektiver Einsch&#xE4;tzungen zusammenh&#xE4;ngt. Diese Faktoren sind f&#xFC;r die Entscheidungspraktiken in der Regionalentwicklung mindestens ebenso wichtig wie tat-s&#xE4;chlich messbare Auswirkungen touristischer Strukturen und Aktivit&#xE4;ten. Denn oft wird aus Gr&#xFC;nden der inneren &#xDC;berzeugung auf Tourismus gesetzt, aus emotionaler Verbundenheit, aus strategischem Kalk&#xFC;l oder schlicht weil bestimmte Tourismusprojekte f&#xFC;r die entscheidenden Akteure ein selbstverst&#xE4;ndlicher und nicht weiter zu hinterfragender Teil guter Regionalentwicklung sind.</description></oembed>
