Die Protokolle des cisleithanischen Ministerrates 1867‒1918, Band VIII: 1914‒1918
Teilband 2: 22. November 1916‒11. November 1918. Mit einer Einleitung von Wladimir Fischer-Nebmaier und Anatol Schmied-Kowarzik
Herausgegeben von Wladimir Fischer-Nebmaier
Reihe: Die Protokolle des cisleithanischen Ministerrates 1867-1918Die Ministerratsprotokolle der Habsburgermonarchie enthalten alles, was deren Regierungen besprachen. Deshalb waren sie geheim – und oft waren es Entscheidungen, die bis heute nachwirken.
Dieser Teilband behandelt die letzten zwei Jahre des Ersten Weltkrieges: vom Tod Franz Josephs am 21. November 1916 bis zum Rücktritt Karls von allen Amtsgeschäften am 11. November 1918. Ganze fünf Ministerpräsidenten wechselten einander ab: Koerber, Clam-Martinic, Seidler, Hussarek, Lammasch.
In vielen Fragen konnte der Ministerrat weniger regieren als vielmehr nur reagieren: So mussten die Regierungen in dem im Mai 1917 wiedereröffneten Parlament regierungsfähig bleiben und dafür bei den auseinanderstrebenden nationalen Fraktionen Mehrheiten finden.
Große Probleme galt es zu lösen: die schlechte wirtschaftliche Lage, soziale Not und Unsicherheit, welche in Streiks und Aufstände mündeten. Gleichzeitig steckte der Dualismus in der Krise ‒ die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Ungarn konnten nicht geregelt werden und Ungarn drängte auf die Teilung der gemeinsamen Armee.
Doch der Ministerrat traf auch Beschlüsse, die bis weit nach dem Krieg wirkten – so begann er eine systematische Sozialpolitik und schuf neue Institutionen wie das europaweit erste Gesundheits- und das Sozialministerium.
Viele dieser Themen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges werden hier erstmals neu und in großer Tiefe erschlossen – so auch ein Geheimprotokoll zur Teilung der Armee.
