Christine Niens

Leben und Pflegen in der Landwirtschaft

Rekonstruktive Analysen im biographischen Kontext

Leben und Pflegen in der Landwirtschaft
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In der Landwirtschaft werden pflegebedürftige Angehörige traditionell zuhause, meist durch die Frauen auf dem Betrieb versorgt. Dabei erfolgt die Übernahme der Pflegeverantwortung nicht immer freiwillig, sondern vollzieht sich in einem Spannungsfeld aus traditionellen bäuerlichen Werten, vertraglichen Verpflichtungen, familialen Konflikten und Emanzipationsbestrebungen. Vor diesem Hintergrund wird folgenden Fragestellungen nachgegangen: Wie kommt es dazu, dass einige Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben die Pflege Angehöriger als sehr belastend empfinden, während andere von einer bereichernden Tätigkeit sprechen? Gibt es biographische Konstellationen, die dazu führen, dass pflegebedingte Belastungen nur indirekt geäußert werden oder begünstigen bestimmte Biographien eine besonders hohe Toleranz gegenüber pflegebedingten Belastungen? Wie gelingt es Frauen, die Pflege Angehöriger nach anfänglicher Übernahme wieder abzugeben oder von Beginn an abzulehnen? Unter welchen Bedingungen wirken Männer an der Pflege mit oder übernehmen diese hauptverantwortlich? Ausgewählte Fallstudien zeigen unterschiedliche Bewältigungsstrategien der Betroffenen auf und geben tiefe Einblicke in die Lebens- und Belastungssituation von Pflegepersonen auf landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland. Die Studie liefert zudem Hinweise darauf, dass die Belastungen Pflegender in der Landwirtschaft leicht unterschätzt werden können.