Mittelalterbilder und Denkmalpflege

Leitbilder und Bildproduktion der Denkmalpflege am Beispiel mittelalterlicher Sakralbauten

Herausgegeben von Verena Ummenhofer, Herausgegeben von Nathalie-Josephine von Möllendorff

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Der Umgang mit dem kulturellen Erbe, die Art es zu deuten, zu tradieren und zu erhalten, verrät viel über die Vorstellungen, Bedürfnisse und Weltanschauungen einer Zeit. Dies gilt auch für die theoretische und praktische Arbeit der institutionellen Denkmalpflege. Um 1900 begründete das Fach den Anspruch, sich etwa von einer ästhetischen Wertung vorausgegangener Epochen distanziert zu haben und stattdessen dem Konservieren oberste Priorität einzuräumen. Dennoch prägen bis heute regelmäßig zeitspezifische Vorstellungen das Ergebnis denkmalpflegerischer Auseinandersetzung mit dem historischen Erbe. Ein beredtes Beispiel hierfür ist die fachliche Mittelalterrezeption während der letzten 200 Jahre, also seit der beginnenden Institutionalisierung der Denkmalpflege. Die Autoren dieses Bandes widmen sich mit facettenreichen Ansätzen der Sicht unterschiedlicher Generationen auf das Mittelalter. Dabei wird deutlich, dass Denkmalpflege bei allem Bemühen um Objektivität und Wissenschaftlichkeit stets eine zeitgebundene Kulturtechnik bleibt.