Mitteleuropäische Schulen VII (ca. 1400‒1500)

Böhmen ‒ Mähren ‒ Schlesien ‒ Ungarn. Unter Mitarbeit von Irina von Morzé. Mit Beiträgen von Ulrike Jenni (†), Kristina Klebel, Irina von Morzé, Milada Studničková, Maria Stieglecker, Maria Theisen und Edina Zsupán

Bearbeitet von Maria Theisen

Mitteleuropäische Schulen VII (ca. 1400‒1500)
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Dieser reich bebilderte, zweibändige Sammlungskatalog der Österreichischen Nationalbibliothek widmet sich jenen Handschriften und Inkunabeln des 15. Jahrhunderts, die in den ehemaligen Ländern der Böhmischen Krone sowie in den Ländern des Deutschen Ordens und der Königreiche Polen und Ungarn illuminiert und/oder gebunden wurden. Er umfasst insgesamt 164 Objekte aus der Sammlung von Handschriften und alten Drucken ebenso wie aus der Musiksammlung, die für die weitere Erforschung der Buchmalerei aus einer explizit kunsthistorischen Perspektive erfasst und aufbereitet wurden. Das Spektrum reicht von Universitätshandschriften bis zu Messbüchern und tschechischen Bibeln, von Gebetbüchern bis zu großformatigen Antiphonarien und Gradualien, Inkunabeln und Sammelhandschriften humanistischer Gelehrter. Die Illuminationen zeugen nicht nur von der Kunstfertigkeit der Künstler und der Kaufkraft der Auftraggeber: Ihre ikonographischen und stilistischen Merkmale erzählen über den Text hinausgehend vom Alltag, vom sozialen Status, von Interessen und Bildungshorizont der Auftraggeber und Künstler, von regionalen Werkstätten und Erwerbungen aus fernen Regionen, von Buch- und Künstlerwanderungen. So entfaltet sich ein buntes Bild der Gesellschaft und ihrer bewegten Geschichte, die von der Spätzeit König Wenzels IV. mitten in die hussitische Bewegung und erste konfessionelle Spaltung Böhmens führt und danach die Zeit des „Hussitenkönigs“ Georg von Podiebrad Revue passieren lässt.