Miroslav Šedivý

Si vis pacem, para bellum

The Italian Response to International Insecurity 1830–1848

Reihe:

Si vis pacem, para bellum
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Nicht erst seit 1848, sondern bereits vor diesem revolutionären Jahr, wurde Europa Zeuge des missbräuchlichen Vorgehens der Großmächte, das die Funktionsfähigkeit der postnapoleonischen internationalen Ordnung schwächte. Schlimmer noch, ihr Machtmissbrauch in europäischen und überseeischen Angelegenheiten provozierte ein Gefühl des Misstrauens, des Pessimismus und der Angst und führte bei einer beträchtlichen Anzahl von Europäern zu Diskussionen über die verschwindende Gerechtigkeit in der Welt.

Es waren insbesondere Angehörige der gebildeten Mittel- und Oberschicht, die unter dem Einfluss verschiedener Krisen und Konflikte in den 1840er Jahren neue Fragen zum Zustand der internationalen Politik, zu Gerechtigkeit, Sicherheit und Nationenbildung stellten. Dieser Prozess war in Italien umso wichtiger, als die Suche nach größerer Sicherheit gegen externe Bedrohungen zur entscheidenden Triebkraft für die Verbreitung einer Idee wurde, das Land von den Alpen bis nach Sizilien politisch zu vereinen.

Diese Einheit sollte, zusammen mit gut verteidigbaren Grenzen, einer starken Armee und Marine sowie reichen materiellen Ressourcen, einschließlich kolonialer, eine sicherere Position innerhalb des Systems der europäischen Politik gewährleisten, und damit bessere Aussichten für eine friedliche Zukunft, gemäß der Formulierung: „Si vis pacem, para bellum“. Diese machtorientierte Reaktion hatte jedoch verheerende Konsequenzen für den allgemein geteilten Wunsch, in Frieden mit anderen Nationen zu leben, der zu einem weiteren Bestreben führte, das tief in der nationalen Bewegung verwurzelt ist: Die Schaffung einer besseren internationalen Ordnung. Die Analyse dieses wichtigen Prozesses am Beispiel Italiens in den Jahren 1830–1848 ist das Hauptziel dieses Buches.