Julia Rubanovich

The Biblical Tale of Judah and Tamar in Fourteenth-Century Iran

A Judeo-Persian Versified Account by Shāhīn with Scholarly Edition, Annotated Translation and Persian Transliteration

Reihe:

The Biblical Tale of Judah and Tamar in Fourteenth-Century Iran
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Seit dem frühen Mittelalter nutzten persischsprachige jüdische Gemeinden im Großraum Iran die judäopersische Sprache für ihre religiösen, intellektuellen und kulturellen Belange. Vom 14. bis zum 19. Jahrhundert erblühte die jüdisch-persische Literatur in verschiedenen Genres wie Bibelübersetzungen, exegetischer Literatur, halachischen und midraschischen Werken, Wörterbüchern, Chroniken, wissenschaftlichen Abhandlungen und vor allem religiös-epischen poetischen Erzählungen (“masnavī”). Letztere sind eng mit dem Autor Šāhīn (gest. frühestens 1358/9) verknüpft, dessen Schaffenszeit in die späte ilkhanidische und frühe postmongolischen Zeit fiel. Diese Monografie untersucht Shāhīns Bearbeitung der biblischen Geschichte von Juda und Tamar (Genesis 38) in seinem letzten Gedicht Bereshit-nāma (Buch Genesis). Sie beschäftigt sich mit den gewichtigsten exegetischen Schwierigkeiten, die die biblische Erzählung für jüdische Kommentatoren vor Šāhīn darstellte und veranschaulicht ihre polemische Aufladung in der islamischen antijüdischen Disputationsliteratur. Neben Šāhīns Interpretationsentscheidungen und Übersetzungsmethoden liegt das Augenmerk auf seiner Auseinandersetzung mit außerbiblischen jüdischen Quellen und dem Widerhall damaliger sozio-historischer und kultureller Werte in seinem Werk. Mittels dieser Analyse sowie der ersten wissenschaftlichen Ausgabe und kommentierten Übersetzung der Juda- und Tamar-Erzählung von Šāhīn beleuchtet dieses Buch die Herausforderungen, die für einen jüdischen Dichter mit der Bearbeitung biblischer Themen im persisch-islamischen, kulturellen und religiösen Milieu des 14. Jahrhunderts einher gingen.