Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Alpen-Adria-Raum nach dem Ersten Weltkrieg: Kontinuitäten und Brüche

Economia, politica e società nella regione danubiano-adriatica tra le due guerra mondiali: continuità e rotture. Economy, Politics and Society in the Danube-Adriatic region between the World Wars: Continuities and Ruptures

Herausgegeben von Andreas Gottsmann, Herausgegeben von Walter M. Iber, Herausgegeben von Andrea Bonoldi

Reihe:

Der vorliegende Sammelband untersucht die ökonomischen Interessen Italiens in Österreich sowie in Ostmittel- und Südosteuropa in den ersten Nachkriegsjahren. Zwar führte das „Gedenkjahr 2018“ zu einer Erweiterung des Forschungsstandes hinsichtlich der nach 1918 erfolgten politischen Umwälzungen, das breite und zugleich sehr relevante Themenfeld der wirtschaftlichen, finanziellen und strukturellen Entwicklungen dieser Jahre wurde dabei aber kaum thematisiert. Ein über Jahrhunderte gewachsener Wirtschaftsraum, wie ihn die Donaumonarchie gebildet hatte, konnte durch neue politische Grenzen nicht ohne weiteres zerschnitten werden. Es wurden jedoch in den Nachkriegsjahren neue Strukturen geschaffen, die zu einem erheblichen Teil bis heute nachwirken. In den 22 Beiträgen eines international zusammengesetzten Autorenkollektivs werden fünf Themenblöcke behandelt: Politische, ökonomische und kulturelle Perspektiven, Währung und Staatsfinanzen, Wirtschaft, Handel und Infrastruktur, Unternehmen und Unternehmertum sowie Bevölkerung und Politik. Die mit dem Wiederaufbau in der Nachkriegszeit verbundenen materiellen Schwierigkeiten verbanden sich mit einem mühsamen Prozess des Aufbaus institutioneller Strukturen. Innenpolitische Unsicherheiten und materielle Probleme verstärkten die gesellschaftlichen Kontraste und führten zu einer Atmosphäre, in der auch die Anwendung von Gewalt gerechtfertigt erschien. Dieser Band behandelt also eine besonders schwierige Phase im Verhältnis zwischen Österreich, den Nachfolgestaaten der Donaumonarchie und Italien und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der historischen Prozesse, die diesen Raum bis heute prägen.